Am Mittwoch, den 4. März, werden im Landkreis Märkisch-Oderland Trockenrasenflächen im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) Oderhänge Mallnow geflämmt. Koordiniert wird diese Maßnahme durch das örtliche Natura 2000-Team Nordost. Diese Form der Pflege trägt zu einer Verbesserung der Lebensraumtypen Subpannonische Steppen-Trockenrasen (LRT 6240) bei. Das Flämmen hat sich in der Vergangenheit bereits im nahegelegenen Nationalpark Unteres Odertal bewährt.

Im FFH-Gebiet Oderhänge Mallnow wird auf Weideflächen vorjähriger, abgestorbener Aufwuchs entfernt. Dafür wird auf ausgewählten Flächen Feuer kontrolliert zur Landschaftspflege eingesetzt und die oberirdischen Pflanzenteile abgebrannt. Die Maßnahme wird voraussichtlich im Februar/ März 2027 auf einer weiteren angrenzenden Fläche fortgeführt, um einen langfristigen naturschutzfachlichen Erfolg zu erzielen.

Das Flämmen findet Mittwoch statt, da jetzt geeignete Witterungsbedingungen vorherrschen. Erforderlich ist im Vorfeld eine möglichst mehrtägige Witterungsphase ohne Niederschläge und mit leichtem Wind, damit die Flächen ausreichend trocken sind. Erst diese Witterungsbedingungen ermöglichen einen positiven Effekt der Maßnahme.

Das kontrollierte Flämmen in den Oderhängen Mallnow ist mit dem Eigentümer und den Behörden abgestimmt. Das Natura 2000-Team Nordost, bestehend aus Mitarbeitenden des Landesamts für Umwelt (LfU) und der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg (NSF), koordiniert den Einsatz. Die Durchführung der Maßnahme übernimmt ein erfahrenes Team um Stefan Klein (Dipl.-Ing. (FH) für Naturschutz und Landschaftsplanung) [https://feuereinsatz.de/]. Die Überwachung erfolgt durch die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Die Finanzierung der Maßnahme läuft über Mittel des Vertragsnaturschutzes.

Hintergrund:

In der Vergangenheit war Feuer fester Bestandteil der Landbewirtschaftung. Mindestens bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Flämmen in der Landnutzung gängige Praxis, besonders auf Weideflächen und Magerrasen zur Entfernung des nicht mehr verwertbaren Aufwuchses. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Flämmen zeigen, dass die schnell durchlaufenden, relativ kalten Bodenfeuer viele positive Effekte haben. Beispielsweise verbessert die verbrannte Biomasse die Bedingungen der Keimung schnell wachsender Pflanzen. Beim schnellen Abbrennen auf winterlich kaltem Boden dringt die Hitze des Feuers nur wenige Zentimeter in die oberste Bodenschicht ein. Die neu einsetzende Wiederbesiedlung von Pflanzenarten wird durch mehr Licht ermöglicht und das darin befindliche hohe Samenpotenzial aktiviert. Pflanzen, die sonst unterdrückt werden, bekommen nun eine Chance zu wachsen, zum Beispiel die Gewöhnliche Grasnelke (Armeria elongata) und die Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum).

Hintergrund Natura 2000-Teams:

Kontakt: Natura-2000-Team Nordost

Maren Schley (LfU): 03334 27784-26

Jan Noack (NSF): 0160 93407912