Kampfmittel sollen am 30. September kontrolliert gesprengt werden - Eine größere Menge an Kampfmitteln aus dem 2. Weltkrieg ist bei einer systematischen Munitionssuche aufgrund von forstwirtschaftlichen Maßnahmen im Auftrag der Bundesimmobilienverwaltung im Waldgebiet nördlich von Groß Glienicke gefunden worden.

Geplant ist, die gefundene Munition am Mittwoch, 30. September, durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg kontrolliert zu sprengen. Um den Fundort wird daher ein Sperrkreis von 1500 Metern eingerichtet. Insgesamt sind etwa 700 Menschen in der Waldsiedlung in Groß Glienicke betroffen, die im Sperrkreis leben und das Gebiet bis 9:30 Uhr verlassen müssen. Zudem wird die B 2 und die L 20 während der Maßnahme gesperrt. Auch Teile Berlin-Gatows liegen im Sperrkreis, weshalb dort etwa 150 Menschen am 30. September ihre Häuser verlassen müssen. In Dallgow Döberitz im Landkreis Havelland ist hingegen nur eine landwirtschaftlich genutzte Fläche betroffen.

 

 

Die Einsatzleitung für die Gesamtmaßnahme liegt beim Ordnungsamt Potsdam, das sich im Vorfeld und auch während der Maßnahme eng mit allen Einsatzkräften und auch den Kolleginnen und Kollegen aus dem Havelland und dem Bezirk Spandau abstimmt. Dazu sagt Kai Lange vom Ordnungsamt Potsdam: „Es ist das erste Mal, dass wir eine ordnungsbehördliche Lage nicht nur in Abstimmung mit einem angrenzenden Landkreis sondern sogar über die Landesgrenze nach Berlin hinweg planen und durchführen werden. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen sowie der Polizei aus Brandenburg und Berlin schon jetzt für die enge und gute Abstimmung im Vorfeld.“

 

Ein Großteil der im Waldgebiet gefundenen Munition konnte bereits gefahrlos abtransportiert werden. Die restlichen, nicht transportfähigen Kampfmittel werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst für die systematische, kontrollierte Sprengung vorbereitet. Dazu sagt Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg: „Die gefundenen Kampfmittel sind überwiegend deutscher Herkunft aber auch von den Alliierten. Militärhistorisch lässt es sich so erklären, dass die Kampfmittel vom Flugplatz Gatow kamen und im Sommer 1945 dann in das Waldgebiet verbracht wurden. Bei den gefundenen Kampfmitteln handelt es sich unter anderem um Bomben, Granaten und Handgranaten. Geplant ist, die Kampfmittel in vier Phasen kontrolliert zu sprengen.“

 

Für die geplante Sprengung wird rund um die Groß Glienicker Heide ein Sperrkreis von 1500 Metern eingerichtet. Innerhalb des Sperrkreises befinden sich die Waldsiedlung Groß Glienicke, die Preußenhalle, das Landesamt für Umwelt (LfU), eine Gemeinschaftsunterkunft sowie eine Einrichtung für Betreutes Wohnen. In Berlin Spandau sind rund 50 Einfamilienhäuser, der Landschaftsfriedhof Gatow, Teile der Rieselfelder sowie der Habichtswald von den Sperrungen betroffen. Die Ortschaften Engelsfelde und Seeburg in Dallgow Döberitz liegen außerhalb des Sperrkreises.

Einschränkungen für den Verkehr

Die Bundesstraße B 2, Potsdamer Chaussee, liegt im Sperrkreis und ist ab spätestens 9:30 Uhr nicht mehr zu befahren. Autofahrer in Richtung Norden (Berlin) werden über den Ritterfelddamm, Kladower Damm und Gatower Straße bis zur Heerstraße umgeleitet. Autofahrer von Norden kommend werden über die gleiche Route in entsprechend anderer Reihenfolge geleitet. Auch die Landesstraße 20 nach Seeburg und Falkensee ist ab dem Kreisverkehr vor Groß Glienicke für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Auch hier gilt die Empfehlung, zunächst der wie beschrieben umgeleiteten B2 zu folgen. Der Heerstraße (B5) kann dann in westliche Richtung bis zur Anschlussstelle L20 gefolgt werden.

Im öffentlichen Nahverkehr sind die Buslinie 604 sowie 638 von den Sperrungen betroffen. Die Buslinie 638 wird während der Maßnahme die Umleitungen fahren. Der letzte Bus der Linie 604 wird um kurz nach 9:30 Uhr den Sperrkreis in Richtung Falkensee verlassen.

Potsdam

 

Rund 120 Einsatzkräfte der Landeshauptstadt Potsdam werden am Mittwoch, den 30. September, im Einsatz sein, um den Sperrkreis auf dem Potsdamer Gebiet abzusichern. Für Rückfragen und allgemeine Informationen steht allen Potsdamerinnen und Potsdamern die Behördennummer 115 montags bis freitags von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr zur Verfügung.

Alle rechtlichen Regelungen zur Maßnahme auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Potsdam werden zudem in einer Allgemeinverfügung bekannt gemacht. Bürgerinnen und Bürger können sich dort umfassend über die geltenden Bestimmungen und organisatorischen Details informieren. Die Allgemeinverfügung ist ab sofort unter www.potsdam.de/amtsblatt einzusehen.

Berlin Spandau

Die Berliner Polizei sichert den Sperrkreis östlich der Potsdamer Chaussee, B 2, in eigener Zuständigkeit ab. Das Bezirksamt Spandau hat für Betroffene die Bürgerhotline 030 90 279 -1234 geschaltet.

Landkreis Havelland

Für die Absperrmaßnahmen südlich von Seeburg ist das Ordnungsamt Dallgow-Döberitz zuständig. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Seeburg werden die Mitarbeitenden vor Ort im Einsatz sein und den Sperrkreis absichern.

Alle aktuellen Informationen sowie ein Live-Ticker am Mittwoch sind unter www.potsdam.de/bombe verfügbar. Unter dem Link www.potsdam.de/Kampfmittel kann eine adressgenaue Karte zum Sperrkreis eingesehen werden.