Havelland - NAUEN – Wo sonst Früchte verarbeitet werden, die oft für leckeren Duft in der Funkstadt sorgen, herrschte am Montag weitgehend Stillstand. Bei der ADM Wild Nauen GmbH in Nauen-Ost an der Berliner Straße / B 273 erlebten die Beschäftigten eine Premiere: Erstmals in der Werkshistorie traten die Mitarbeiter in einen gezielten Ausstand. Über den Tag verteilt folgten rund 130 Kolleginnen und Kollegen dem Aufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu einem siebenstündigen Warnstreik von 10:30 bis 17:30 Uhr.

Protest mit Trillerpfeifen vor dem Werkstor

Schon bei der Zufahrt ins Nauener Gewerbegebiet zeigte sich ein für den Standort ungewohntes Bild: Mit Trillerpfeifen, Transparenten und Streikwesten machten die Beschäftigten vor dem Fabriktor lautstark auf ihre Situation aufmerksam. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden wollte die Belegschaft im aktuellen Tarifkonflikt ein klares Signal an die Konzernleitung des weltweit agierenden Lebensmittelriesen ADM senden.

Im Kern geht es um ein deutliches Gehaltsgefälle: Zwischen dem Standort Nauen und dem keine 30 Kilometer entfernten Schwesterwerk in Berlin-Spandau klafft derzeit eine Lohnlücke von 11,4 Prozent, die sich bis April 2027 ohne Gegenmaßnahmen sogar auf 14,6 Prozent vergrößern würde. Während in Berlin im Sommer bereits ein neuer Tarifvertrag vereinbart wurde, hinken die Nauener Konditionen hinterher. Die NGG fordert deshalb 8,9 Prozent mehr Lohn und eine gezielte Angleichung auf 95 Prozent des Spandauer Niveaus.

„Den Beschäftigten reicht es“

„Die Kolleginnen und Kollegen wollen nicht wie Beschäftigte zweiter Klasse gegenüber dem Werk in Spandau behandelt werden“, machte Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG-Region Berlin-Brandenburg, vor Ort deutlich. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten träfen die Menschen im Havelland genauso wie in der Hauptstadt. Man erwarte, dass sich das positive Betriebsergebnis des Global Players auch in den Geldbeuteln der Belegschaft widerspiegele.

Scharfe Kritik übte die Gewerkschaft an den bisherigen Angeboten der Arbeitgeberseite. Ein erster Vorschlag hätte lediglich eine stufenweise Angleichung von 0,18 Prozent vorgesehen – rein rechnerisch hätte der Lohnausgleich damit 42 Jahre gedauert. Auch ein Nachbesserungsversuch wurde als „Mogelpackung“ abgelehnt.

Mit der geschlossenen Aktion am Montag hat die Nauener Belegschaft den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde deutlich erhöht.

 

 

„Der Titel als auch der Text wurde erstellt mit Unterstützung von KI.“, Quelle: ost.ngg.net, rpn24