Berliner Verkehrsbetriebe verweigert echte Verhandlungen – Warnstreik am Freitag und Samstag in Berlin

Auch in der dritten Verhandlungsrunde zu den Arbeitsbedingungen bei der BVG hat der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Berlin kein Angebot vorgelegt. Stattdessen fordern der KAV Berlin und der BVG-Vorstand, dass die Tarifkommission auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten soll, um überhaupt weiter zu verhandeln. Während die BVG im vergangenen Jahr immer wieder zusätzliche Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten versprochen hat, verlangt sie nun eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Verschlechterungen, z. B. beim Krankengeldzuschuss.

Die ver.di-Tarifkommission hatte Ende letzten Jahres ihre Forderungen an die BVG übergeben. Ziel der Forderungen ist es, die Arbeitsbelastung bei der BVG zu reduzieren. So fordert die Tarifkommission eine Reduzierung der maximalen täglichen Schichtlänge auf 12 Stunden. Am Ende jeder Strecke soll eine Wendezeit von mindestens 6 Minuten eingehalten werden, unter anderem um Toilettengänge zu ermöglichen. Die Mindestruhezeit soll auf 11 Stunden erhöht werden.

„Dass wir im Jahr 2026 ernsthaft darüber verhandeln müssen, dass nur 12 Stunden zwischen Anfang und Ende einer Schicht liegen dürfen und Beschäftigte vor der nächsten Schicht 11 Stunden durchatmen können, ist schon skurril. Bei den Wendezeiten geht es nicht nur um Würde, sondern auch um Gesundheitsschutz. Alle wissen, wie belastend es ist, bei einer vollen Blase nicht aufs Klo gehen zu können. Solche Situationen zu vermeiden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die BVG will darüber nicht einmal verhandeln“, erklärt ver.di Verhandlungsführer Serat Canyurt.

Da der KAV Berlin und die BVG auch in der dritten Verhandlungsrunde den Einstieg in echte Verhandlungen verweigert haben, ruft ver.di am Freitag, den 27. Februar, und Samstag, den 28. Februar, zum Streik auf. Der Streik beginnt mit der Frühschicht am Freitag und endet mit dem Ende der Nachtschicht Sonntagfrüh.

„Die Beschäftigten wollen Arbeitsbedingungen, unter denen sie in diesem Job bis zur Rente durchhalten. Die BVG präsentiert sich als nachhaltig und besteht auf Arbeitsbedingungen, die die Kolleg*innen verschleißen. Mit dem Streik machen wir deutlich, dass wir das nicht akzeptieren werden“, erklärt Canyurt abschließend.