Historischer Zug aus den 1930er-Jahren fährt durch Berlin ● Tour über ehemalige Transitstrecken und „Geisterbahnhöfe“ Geschichte zum Erfahren. Am Tag der Deutschen Einheit fährt ein historischer U-Bahnzug der Baureihe CII durch Berlin. Der „Oldtimer“ rollt über die Transitstrecken und durch ehemalige „Geisterbahnhöfe“ während der deutschen Teilung. Die Abfahrten sind am Bahnhof Leopoldplatz (U6) um 12:00 und um 15:00 Uhr. Die Fahrt führt über die U6 bis zum Mehringdamm, von dort über die U7 bis zum Hermannplatz, über die U8 zur Osloer Straße und von dort zurück zum Leopoldplatz (U9). Der Zug hält nicht an den Zwischenbahnhöfen. Die Fahrt kostet 10 Euro. Resttickets gibt es noch online bei der AG U-Bahn unter Sonderfahrt: Mit dem CII über die Transitstrecken – Arbeitsgemeinschaft Berliner U-Bahn e.V.
Die Wagen der Baureihe CII wurden ab 1930 an die BVG ausgeliefert. Insgesamt fuhren 144 Fahrzeuge auf den heutigen Linien U5 und U8. Wie durch ein Wunder wurde im Zweiten Weltkrieg nur ein Triebwagen dieser Serie zerstört. Nach dem Krieg ging ein Teil der Flotte als Reparationsleistung in die Sowjetunion, wo sie noch bis 1965 eingesetzt wurden. Der Rest der Fahrzeugserie wurde 1949 komplett der West-Berliner BVG zugesprochen und fuhr dort noch mehr als 25 Jahre. Der reguläre Einsatz der CII-Triebwagen endete am 30. April 1975.
Die Wagen 563 und 588 blieben bei der BVG und werden als Museumszug von den Mitgliedern der AG U-Bahn ehrenamtlich gepflegt und liebevoll restauriert. Eine Besonderheit fällt sofort ins Auge. Der Zug besteht aus einem roten und einem gelben Fahrzeug. Im roten Zugteil konnten in vergangenen Tagen Raucher*innen ihren Laster frönen. Diese Regelung gilt trotz der historischen Beschilderung heute natürlich nicht mehr.