Kreis Oberhavel - Mann versteckte Leiche mehrere Jahr im Schrank - Liebenwalde - Am 27.11.2015 wurde vormittags die Polizei durch den Objektverantwortlichen verständigt, weil im Keller eines seit August 2015 unbewohnten Mehrfamilienhauses in der Rudolf-Breitscheid-Straße eine mumifizierte Leiche aufgefunden wurde.

Die Leiche wurde durch die Polizei beschlagnahmt. Die Identität und die Todesursache waren unklar. Deshalb wurde die Mordkommission der Polizeidirektion Nord eingesetzt und übernahm unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Neuruppin die weiteren Ermittlungen. Am 01.12.2015 fand in der Rechtsmedizin Potsdam die Sektion des unbekannten Toten statt. Diese ergab aufgrund des Zustandes der Leiche zunächst keine eindeutige Todesursache. Am 02.12.2015 erfolgte eine erneute kriminaltechnische Untersuchung des Fundortes durch die Kriminaltechniker der Direktion Nord. Die Ermittlungen ergaben gleichzeitig zunächst einen Tatverdacht gegen einen ehemaligen Mieter einer Wohnung des Mehrfamilienhauses. Entsprechend wurde dieser (heute) 52-Jährige am Folgetag im Beisein seiner Betreuerin durch die Beamten der Mordkommission als Beschuldigter vernommen und es stellte sich letztlich folgender Sachverhalt dar, der auch durch die weiteren Ermittlungen bestätigt wurde: Danach soll es sich bei dem mumifizierten Leichnam um einen im Jahr 2007 damals 55-jährigen Liebenwalder handeln, der wegen des dringenden Tatverdachts einer Brandstiftung sowie wegen Freitodgefahr durch die Polizei gesucht wurde. Dieser sei kurz nach der Brandstiftung im März zu dem damals 43-jährigen Beschuldigten gekommen, um bei ihm zu übernachten, und habe sich dann während der Nacht in einem Nebenzimmer selbst stranguliert. Aus Angst vor Strafverfolgung habe der Beschuldigte den Leichnam zunächst bei sich in einem Schrank und ab August 2015 aufgrund eines Wohnungswechsels im Kellerraum verborgen. Vor diesem Hintergrund wurde in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft entschieden, von einer Festnahme des 52-Jährigen abzusehen.