Nach einer langen Urlaubsreise hat oft nicht nur die Besatzung Erholung nötig. Gepäck, Sand, Essensreste und Sonnencreme hinterlassen ihre Spuren im Innenraum, während Insekten, Vogelkot oder Baumharz den Lack beanspruchen können. Hinzu kommen viele Kilometer unter hoher Beladung, sommerliche Temperaturen und möglicherweise schlechte Straßen. Nach der Rückkehr lohnt deshalb eine gründliche Reinigung ebenso wie ein kurzer technischer Check. Der ACV Automobil-Club Verkehr erklärt die fünf wichtigsten Schritte, mit denen das Auto nach der Urlaubsfahrt wieder sauber und fit für den Alltag wird.
Schritt 1: Auto vollständig ausräumen
Zunächst sollten Gepäck, Lebensmittel und lose Gegenstände aus dem Fahrzeug und gegebenenfalls aus der Dachbox entfernt werden. Dabei lohnt sich auch ein Blick in Handschuhfach, Türablagen, unter die Sitze und in weitere Staufächer. Gerade kleinere Gegenstände oder Lebensmittel werden nach einer langen Reise schnell übersehen.
Werden Dachbox oder Fahrradträger nach dem Urlaub nicht mehr benötigt, sollten sie ebenfalls demontiert werden. Zusätzliches Gewicht und ein höherer Luftwiderstand erhöhen den Energie- beziehungsweise Kraftstoffverbrauch. Nach der Demontage empfiehlt es sich, die Stellen, an denen Halterungen befestigt waren, auf mögliche Beschädigungen zu kontrollieren.
Schritt 2: Innenraum gründlich reinigen
Ist das Fahrzeug ausgeräumt, kann grober Schmutz zunächst mit dem Staubsauger entfernt werden. Insbesondere Sand sollte möglichst vollständig abgesaugt werden. Leichte Salz- und andere Verschmutzungen auf Oberflächen lassen sich häufig mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch beseitigen. Bei Sonnencremeresten oder hartnäckigen Flecken sollte ein für das jeweilige Material geeignetes Reinigungsmittel verwendet werden. Bei stark beanspruchten Ledersitzen kann zusätzlich eine geeignete Lederpflege sinnvoll sein.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen schwer einsehbare Bereiche unter den Sitzen sowie Türfächer und Getränkehalter. Dort sammeln sich auf Urlaubsfahrten schnell Verpackungen, Krümel und Essensreste. In Verbindung mit sommerlichen Temperaturen können verderbliche Lebensmittel unangenehme Gerüche und hartnäckige Flecken verursachen und sollten deshalb möglichst schnell entfernt werden.
Auch die Scheiben sollten innen und außen gereinigt werden. Ein schmieriger Film kann insbesondere bei tief stehender Sonne oder nachts zu störenden Blendeffekten führen und die Sicht beeinträchtigen. Ein Mikrofasertuch in Kombination mit einem milden Reinigungsmittel oder handelsüblichem Glasreiniger ist dafür meist ausreichend. Nach der Innenreinigung sollte das Fahrzeug gut gelüftet werden, bis feucht gereinigte Flächen vollständig getrocknet sind.
Schritt 3: Lack und Fahrzeug gründlich waschen
Insektenreste, Vogelkot und Baumharz sollten möglichst zeitnah entfernt werden, da sie den Lack angreifen können. Auch Teerflecken gehören zu den besonders hartnäckigen Verschmutzungen. Eingetrocknete Rückstände sollten zunächst eingeweicht und anschließend möglichst schonend entfernt werden.
Bei besonders starker Verschmutzung ist eine gründliche Vorwäsche sinnvoll. Sie löst grobe Schmutzpartikel und verringert das Risiko von Kratzern bei der anschließenden Wäsche. Ein normales Waschprogramm ist in der Regel ausreichend. Nach einem Urlaub am Meer oder bei entsprechender Salz- und Schmutzbelastung kann je nach Fahrzeug auch eine Unterbodenwäsche sinnvoll sein.
Bei modernen Fahrzeugen verdienen außerdem Radar-, Kamera- und Ultraschallsensoren Aufmerksamkeit. Verschmutzte Sensorflächen können die Funktion von Fahrerassistenzsystemen beeinträchtigen. Kameras und Sensorbereiche sollten deshalb ebenfalls sauber und frei von Rückständen sein.
Schritt 4: Technik, Flüssigkeiten und Reifen kontrollieren
Nach vielen Urlaubskilometern empfiehlt sich ein kurzer technischer Check. Dazu gehört bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor die Kontrolle des Motorölstands sowie die Kontrolle von Kühlmittel und Scheibenwaschflüssigkeit. Beim Kühlmittel sind die Herstellervorgaben zu beachten; der Behälter darf nur bei ausreichend abgekühltem Motor geöffnet werden. Auch der Stand der Bremsflüssigkeit sollte überprüft werden. Ist er auffällig niedrig, sollte die Ursache in einer Werkstatt geklärt werden.
Hohe Temperaturen, starke Beladung sowie trockene und staubige Straßen können das Fahrzeug zusätzlich beanspruchen. Unter entsprechenden Bedingungen kann es sinnvoll sein, auch den Luftfilter kontrollieren zu lassen.
Besonders wichtig ist der Blick auf die Reifen. Wurde der Reifendruck vor der Reise aufgrund der höheren Beladung angepasst, sollte er nach dem Entladen wieder auf den vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Wert für den normalen Betrieb eingestellt werden.
Auch die Profiltiefe sollte kontrolliert werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind bei Pkw-Reifen mindestens 1,6 Millimeter. Der ACV empfiehlt aus Sicherheitsgründen jedoch, Reifen bereits deutlich vor Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe zu ersetzen. Als Orientierung gelten mindestens 3 Millimeter bei Sommerreifen sowie 4 Millimeter bei Winter- und Ganzjahresreifen. Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtern sich insbesondere die Eigenschaften bei Nässe, Schnee und Schneematsch.
Schritt 5: Schäden an Lack, Scheiben und Beleuchtung prüfen
Auf einem frisch gereinigten Fahrzeug lassen sich neue Kratzer, Steinschläge und andere Schäden besonders gut erkennen. Lackbeschädigungen, die bis auf das Blech reichen, können Rostbildung begünstigen und sollten deshalb zeitnah fachgerecht behandelt werden.
Auch Steinschläge in der Frontscheibe verdienen Aufmerksamkeit. Aus kleinen Beschädigungen können sich größere Risse entwickeln. Ob eine Reparatur möglich ist oder die Scheibe ausgetauscht werden muss, sollte ein Fachbetrieb beurteilen.
Scheinwerfer und Rückleuchten sollten ebenfalls auf Beschädigungen kontrolliert werden. Matte oder beschädigte Abdeckungen können die Lichtausbeute beeinträchtigen. Bei Fahrzeugen mit manueller Leuchtweitenregulierung muss nach dem Entladen außerdem wieder die für die normale Beladung vorgesehene Einstellung gewählt werden.
Nicht zuletzt lohnt sich ein Blick auf die Scheibenwischer. Anhaltende Hitze, UV-Strahlung und Schmutz können die Gummilippen beanspruchen. Hinterlassen die Wischer Schlieren, rubbeln sie über die Scheibe oder sind Beschädigungen erkennbar, sollten sie ausgetauscht werden.
ACV Checkliste: Auto nach der Urlaubsreise
- Innenraum und gegebenenfalls Dachbox vollständig ausräumen
- Nicht mehr benötigte Dachboxen und Fahrradträger demontieren
- Innenraum, Ablagen und Scheiben gründlich reinigen
- Fahrzeug waschen und hartnäckige Verschmutzungen entfernen
- Kameras und Sensorflächen sauber halten
- Betriebsflüssigkeiten kontrollieren
- Reifendruck und Reifenprofil überprüfen
- Lack, Scheiben, Beleuchtung und Wischerblätter auf Schäden kontrollieren
- Gegebenenfalls Leuchtweitenregulierung an die normale Beladung anpassen
Info: Das 1x1 der Pflegemittel
Reinigungs- und Pflegemittel sollten nicht dauerhaft im Fahrzeug aufbewahrt werden. In einem in der Sonne abgestellten Auto können im Sommer sehr hohe Temperaturen entstehen. Dadurch können Reinigungsmittel ihre Eigenschaften verändern oder auslaufen. Unter Druck stehende Behälter wie Spraydosen sollten grundsätzlich entsprechend den Herstellerangaben gelagert und vor starker Hitze geschützt werden.
Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann ein speziell auf das jeweilige Material abgestimmtes Reinigungs- oder Pflegemittel sinnvoll sein. Eine falsche Produktauswahl oder zu aggressive Behandlung kann Lack, Kunststoffe, Leder und andere Oberflächen beschädigen oder vorhandene Flecken verschlimmern.
Deshalb sollten die Anwendungshinweise des Herstellers beachtet und neue Produkte zunächst an einer möglichst unauffälligen Stelle getestet werden.