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Verirrte Fledermäuse in der Wohnung – was tun? Spätsommerliche Fledermausbesuche sind meist kein Grund zur Sorge

Die Untere Naturschutzbehörde gibt Tipps zum Umgang mit den nachtaktiven Tieren - Im Spätsommer kann es vorkommen, dass Fledermäuse durch geöffnete oder gekippte Fenster in Wohnungen einfliegen. Auch bei der Unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam gehen in dieser Zeit regelmäßig Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger ein. In der Regel besteht jedoch kein Grund zur Sorge: Das Auftreten von Fledermäusen in Wohnungen ist um diese Jahreszeit ein typisches Verhalten.

Ab Ende Juli und insbesondere von Mitte August bis Mitte September lösen sich die sogenannten Wochenstuben auf. Die jungen Fledermäuse werden selbständig und erkunden gemeinsam mit den erwachsenen Tieren ihre Umgebung sowie mögliche Winter- und Paarungsquartiere. Dabei verirren sich insbesondere Zwergfledermäuse gelegentlich in Wohnungen.

Wer eine Fledermaus in der Wohnung entdeckt, sollte Ruhe bewahren und Folgendes beachten:

  • Fledermaus am Abend im Raum: Fenster vollständig öffnen, Vorhänge beiseiteziehen, das Licht ausschalten und Türen zu anderen Räumen schließen. Meist findet das Tier selbständig hinaus. Gekippte Fenster sind als Ausflugsmöglichkeit ungeeignet.
  • Fledermaus hat sich niedergelassen: Das Tier kann vorsichtig mit festen Handschuhen aufgenommen werden. Fledermäuse sollten niemals mit bloßen Händen angefasst werden.
  • Fledermaus wird tagsüber gefunden: Bis zur Dämmerung kann sie in einem Karton mit Luftlöchern untergebracht werden. Ein zu einem Knäuel gelegtes Handtuch bietet dem Tier Halt.
  • Freilassen in der Dämmerung: Mit festen Handschuhen kann die Fledermaus erhöht an einen Baum in unmittelbarer Nähe des Fundortes gesetzt werden. Alternativ kann der geöffnete Karton erhöht und katzensicher aufgestellt werden. Eine mit einer Socke überzogene Flasche im Karton kann als Kletter- und Starthilfe dienen. Bei starkem Regen sollte gewartet werden, bis dieser nachlässt oder aufhört. Die Tiere sollten keinesfalls über mehrere Nächte im Karton bleiben, da sie Nahrung benötigen und möglichst schnell wieder ins Freie gelangen müssen.
  • Verletzte oder geschwächte Tiere: Bei offensichtlich verletzten oder geschwächten Fledermäusen sollte fachkundiger Rat eingeholt werden. Auch bei Unsicherheiten hilft die Untere Naturschutzbehörde weiter.

Der Spätsommer ist für die heimischen Fledermäuse eine wichtige Zeit. Die Tiere müssen ausreichend Energiereserven für den bevorstehenden Winterschlaf aufbauen und sind deshalb intensiv auf der Jagd nach Insekten.

Alle in Deutschland heimischen Fledermausarten sind besonders und streng geschützt. Die Untere Naturschutzbehörde bittet daher um einen ruhigen und umsichtigen Umgang mit den nächtlichen Besuchern. Bei Fragen oder Hinweisen können sich Potsdamerinnen und Potsdamer telefonisch unter der 0331 289-1801 sowie der 0331 289-2856, oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an die Untere Naturschutzbehörde wenden.