Landkreis Potsdam-Mittelmark, Stahnsdorf, Ruhlsdorfer Straße 90a/b Asyl-Übergangswohnheim - Brandstiftung - Sonntag, 30. Oktober 2016, 01:50 Uhr - In den frühen Morgenstunden des 30. Oktober 2016 wurde die Polizei zum Asyl-Übergangswohnheim nach Stahnsdorf gerufen. Die Feuerwehr informierte die Polizei, dass die Brandmeldeanlage des Objektes ausgelöst hatte.
Unmittelbar nach Auslösung der Anlage stellte ein Mitarbeiter des Wachschutzes im 3. Obergeschoss, des stark verqualmten Treppenhauses einen brennenden Kleidersack fest. Er konnte das Feuer mit einem Handfeuerlöscher löschen, erlitt dabei aber eine Rauchgasvergiftung, wegen derer er später in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Wegen dieser starken Rauchentwicklung im Treppenhaus wurden die Bewohner des Hauses vorsorglich durch die Rettungskräfte evakuiert. Während dessen meldeten Zeugen, dass es im Obergeschoss des Nachbargebäudes erneute brennen soll. Die Feuerwehr prüfte dies sofort und stellte in der dortigen Herrentoilette einen brennenden Papierkorb im Bereich der Herrentoilette fest. Dieser wurde umgehend gelöscht, bevor das Feuer auf andere Gegenstände oder Gebäudeteile übergreifen konnte. Aus den beiden Gebäuden wurden etwa 200 Bewohner, durch Rettungskräfte in ein benachbartes Bowlingcenter gebracht, wo sie -auch medizinisch- betreut wurden. Sechs der evakuierten Bewohner kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Erste Ermittlungen ergaben, dass Zeugen einen Mann beobachtet hatten, der unmittelbar vor Ausbruch der Brandmeldeanlage aus dem Gebäude ins Nachbargebäude rannte. Dieser Mann wurde durch Zeugen auch am zweiten Brandort beobachtet und wurde durch die Polizei anschließend in Gewahrsam genommen. Es handelt sich um einen 25-jährigen Bewohner des Hauses, somalischer Herkunft. Gegen einen zunächst als zweiten Tatverdächtigen festgehaltenen Somalier erhärteten sich die Verdachtsmomente nicht. Er konnte aus dem polizeilichen Gewahrsam wieder entlassen werden. Die genauen Tatumstände sind derzeit noch unklar. Der Tatverdächtige wird derzeit durch die Kriminalpolizei in Beisein eines Dolmetschers vernommen. Nachdem die Feuerwehr die Gebäude gut durchgelüftet hatte, wurden beide Gebäude wieder freigegeben. Die Bewohner konnten um 05:20 Uhr durch die Rettungskräfte wieder in ihre Unterkünfte zurückgeführt werden. Wegen der Rettungsmaßnahmen musste die Ruhlsdorfer Straße bis 06:15 Uhr für den Verkehr gesperrt bleiben. Aufgrund der nächtlichen Uhrzeit kam es zu keinen Verkehrsbeeinträchtigungen. Private Fahrzeuge sowie der öffentliche Personennahverkehr wurden über ein angrenzendes Gewerbegebiet umgeleitet. Der Sachschaden in den Gebäuden beläuft auf zirka 2.000 Euro. Die Kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu einer schweren Brandstiftung dauern an.



