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Bekämpfungsmittel kommen vom Boden und aus der Luft zum Einsatz – Landkreis informiert die Bevölkerung - Im Landkreis Prignitz werden Maßnahmen gegen eine weitere starke Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners vorbereitet. In der nächsten Woche soll ein Biozid, das ausschließlich für die Raupen gefährlich ist, vom Boden und aus der Luft eingesetzt werden. Über den genauen Termin wird der Landkreis die Bevölkerung informieren. Der Einsatz ist erforderlich, um die Massenvermehrung des Schmetterlings zu stoppen und so die Menschen in der Region vor weiter zunehmenden Gesundheitsauswirkungen nach Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen zu schützen. Es kann örtlich zu Einschränkungen des Straßenverkehrs sowie der Waldbetretung kommen. Je nach Witterung kann die Maßnahme mehrere Tage dauern. Während des langen Feiertagswochenendes sind aber keine Bekämpfungsmaßnahmen vorgesehen.

Der Eichenprozessionsspinner (kurz: EPS) tritt seit dem vergangenen Jahr wieder verstärkt in verschiedenen Bundesländern auf. Auch Brandenburg ist stark betroffen. Der Schwerpunkt liegt im Landkreis Prignitz.

Die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen dar. Sie enthalten ein Nesselgift, das schmerzhafte Hautausschläge mit starkem Juckreiz, Reizungen oder Entzündungen der Augen sowie Atembeschwerden hervorrufen kann. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Schockreaktionen kommen. Wiederholter Kontakt kann die Beschwerden verstärken.

Auch Haus-, Wild- und Weidetiere sind bei Kontakt mit den Brennhaaren betroffen. Tiere können die Brennhaare auf ihrem Fell tragen und damit weiterverbreiten. Die Haare können zudem über mehrere Kilometer transportiert werden und behalten über Jahre hinweg ihre gesundheitsschädigende Wirkung. Für Menschen in den betroffenen Regionen stellt der Eichenprozessionsspinner bereits jetzt eine erhebliche Belastung dar.

Anhand sorgfältiger Untersuchungen und Prognosen wurde die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz behördlich festgestellt. Auf Grund der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit kommt das biologische Mittel „Foray ES“ zum Einsatz.

Die erforderlichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz werden von Fachfirmen ausgeführt. Auftraggeber ist der Landkreis Prignitz. Das Land unterstützte die Vorbereitung und hilft bei der Durchführung des Einsatzes gegen den EPS im Rahmen einer konzertierten Aktion verschiedener Behörden und Verwaltungen, um wie vor etwa zehn Jahren (insbesondere von 2014 bis 2017) erfolgreich die weitere Massenvermehrung und Ausbreitung im Land zu verhindern.

Auf über 600 Hektar Einsatzfläche finden schwerpunktmäßig im Raum Wittenberge entlang des Elberadweges Maßnahmen per Hubschrauber an Straßenalleen, Grünflächen in Siedlungsbereichen sowie an Waldrändern statt. Für den Zeitpunkt des Überfluges des Einsatzhubschraubers kann es zu kurzzeitigen Straßen- und Flächensperrungen kommen. Behandelte Flächen an Waldrändern werden zusätzlich mit Hinweisschildern versehen. An sensiblen Orten in Ortslagen (wie an Spielplätzen) und Einzelbäumen finden Maßnahmen vom Boden aus statt.

Der Landkreis Prignitz wird die Öffentlichkeit tagaktuell über den Einsatz informieren. Die Informationen werden im Internet sowie über Aushänge, Presse und Rundfunk öffentlich bekanntgegeben.

Wichtige Ansprechpartner sind darüber hinaus die Ordnungsämter oder Grünflächenämter der Kommunen. Im Zusammenhang mit Wald können Betroffene sich auch an das zuständige Forstamt wenden.

Das Umweltministerium hat auf seiner Internetseite zudem Antworten zu häufig gestellten Fragen in Verbindung mit dem Eichenprozessionsspinner veröffentlicht: https://mleuv.brandenburg.de/mleuv/de/umwelt/forst/waldschutz/der-eichenprozessionsspinner/