Potsdam – Die für die kommenden Tage angekündigte Temperaturerhöhung, verbunden mit Niederschlägen, treibt die ersten Amphibien aus ihren Winterquartieren. Zunächst tauchen Erdkröten und Grasfrösche auf, dicht gefolgt von Teichmolchen und Moorfröschen. Zu den jahreszeitlich späteren Arten zählen Rotbauchunke und Laubfrosch.
Im Zuge der Klimaerwärmung lockt es Frösche, Kröten und Molche immer früher aus ihren Winterquartieren. Von dort aus machen sie sich auf den gefahrenvollen, oft kilometerweiten Weg zum Laichgewässer. Vor allem dem Straßenverkehr, aber auch Wetterkapriolen und Fressfeinden fallen große Anteile der Populationen zum Opfer. Amphibientunnel und Krötenzäune und ein Umfahren von Straßen, bei denen die Wanderungen im vollen Gange ist, können Verluste mindern.
Jahreszeitlich frühe Wärmephasen, ungewöhnliche Temperaturanstiege und Kälteeinbrüche bringt das wandelnde Klima mit sich. Gerade bei niedrigen Temperaturen können die wechselwarmen Tiere nicht schnell genug auf Gefahren reagieren. Ihr Stoffwechsel schaltet auf „Ruhebetrieb“, jede Bewegung kostet sie große Anstrengungen und frostsichere Unterschlupfe werden dann selten erreicht. Unter ungünstigen Bedingungen liegt die Überlebensrate der im Frühjahr wandernden Amphibien im unteren einstelligen Prozentbereich. Hilfe bieten zum Beispiel in unseren Gärten und andernorts Laub-, Reisig- und Komposthaufen. Auch Totholz, alte Stubben und Ansammlungen von Feldsteinen werden von Kleintieren gerne als Unterschlupf genutzt.
Krötenzäune können helfen. Diese stoppen die anwandernden Frösche, Kröten und Molche vor der Straße und leiten sie zu Fanggefäßen. Dort werden sie entnommen, sicher über die Straße transportiert und Richtung Laichgewässer wieder in die Freiheit entlassen. Der allgemeine Rückgang der Amphibienbestände zeigt sich auch an den Krötenzäunen. Doch gut ein Drittel der noch vor wenigen Jahren betreuten Amphibienwechsel ist heute verwaist. Noch bestehende Wechsel weisen erhebliche Bestandseinbrüche auf. Dem Schutz der Lebensräume und der Populationen kommt damit eine immer größere Bedeutung zu.
Hintergrund
Der Schutz von Amphibien setzt die Kenntnis ihrer Verbreitung und Vorkommen voraus. Im Brandenburger Froschportal werden Beobachtungen gesammelt und zu Verbreitungskarten zusammengefügt. Das Artenschutzkompetenzzentrum Rhinluch des Landesamtes für Umwelt (nast-rhinluch@lfu.brandenburg.de) führt auch in diesem Jahr eine Umfrage zum Bestand von Krötenzäunen (straßenbegleitende Schutzanlagen) durch. Die aktuellen Zahlen sollen mit früheren Erhebungen verglichen werden und eine Trendaussage ermöglichen. Wer diese Arbeit unterstützen möchte, findet unter dem nachfolgenden Link auch Kontaktdaten.
Brandenburger Froschportal:
https://lfu.brandenburg.de/lfu/de/aufgaben/natur/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/froschportal/)