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Land Brandenburg - Die Reihe „Kabinett vor Ort“ ging heute mit dem Auftakt im Landkreis Havelland in die nächste Runde: Mit einer gemeinsamen Sitzung im Havelland hat heute der Austausch zwischen der Landesregierung und den Landkreisen für die laufende Legislaturperiode begonnen. Unter Leitung von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke (SPD) und Landrat Roger Lewandowski (CDU) standen dabei zentrale Zukunftsfragen der Region – von der Schieneninfrastruktur über Gesundheitsversorgung und Digitalisierung bis zur Umsetzung des Sondervermögens des Bundes – im Mittelpunkt. Am Abend diskutieren die Mitglieder der Landesregierung mit Bürgerinnen und Bürgern unter dem Motto „Zur Sache, Brandenburg!“ in der Kreisstadt Rathenow.

Es gab heute aber vor dem Kabinettstreffen in Nauen-Ribbeck sowie auch danach weitere Vor-Ortsbesichtigungen der Minister/innen als auch Staatssekretäre in Vertretung der jeweiligen Ministerien. So hat heute Vormittag auch der Nauener Ortsteil Lietzow Besuch vom einem Vertreter der Landesregierung bekommen, Staatssekretär für Kultur Tobias Dünow besichtigte zusammen mit dem Bürgermeister Dr. Michael Wiebersinsky und Mitglieder zweier Vereine des Dorfes gemeinsam die Kirche, sie befindet sich aktuell in der Modernisierungsphase.

Bürgermeister der Stadt Nauen, Dr. Michael Wiebersinsky und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (v.l.n.r.)

Dafür ging es im Gebäude auch gleich in den Turm hoch, beide Politiker fanden es so spannend das sie die Höhe und den steilen Treppenaufstieg in Kauf nahmen. Für die Vertreter beider Dorfvereine war der heute Ehrenbesuch sehr willkommen.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte zum Auftakt der Reihe auf Schloss Ribbeck in Nauen: „Mit ‘Kabinett vor Ort‘ wollen wir genau hinschauen, wo die Herausforderungen und Chancen liegen. Das Havelland steht wie kaum eine andere Region für die Verbindung aus wirtschaftlicher Stärke, lebenswertem ländlichen Raum und der unmittelbaren Nähe zur Hauptstadtregion. Hier zeigt sich wie Brandenburg wächst – mit engagierten Kommunen, starken Unternehmen, moderner Landwirtschaft und einem hohen ehrenamtlichen Einsatz der Menschen vor Ort. Hier drängen aber auch wichtige Fragen der Verkehrsinfrastruktur und einer verlässlichen medizinischen Versorgung. Wir kommen also nicht nur zum Zuhören, sondern auch mit dem Anspruch, gemeinsam Lösungen zu entwickeln – pragmatisch, nah an den Menschen und mit einem klaren Blick auf die Zukunft Brandenburgs.“

Der stellvertretende Ministerpräsident, Innenminister Dr. Jan Redmann, erklärte: „Ein lebenswerter ländlicher Raum wird nicht in Potsdam gestaltet, sondern in Rathenow, in Nauen und in den Dörfern dazwischen. Das Havelland macht vor, was funktioniert, wenn Kommunen handlungsfähig sind und Bürgerinnen und Bürger sich einbringen -- vom Ehrenamt bis zur kommunalen App. Aufgabe der Landeregierung bleibt es, dieses Engagement zu schützen und seine Möglichkeiten zu vergrößern: mit weniger Bürokratie, durch verlässliche Sicherheit und mit Strukturen, die den Menschen vor Ort dienen -- nicht umgekehrt.“

Landrat Roger Lewandowski sagte: „Das Format `Kabinett vor Ort` ist eine gute Gelegenheit, wichtige Themen direkt mit der Landesregierung zu besprechen. Aus meiner Sicht haben wir große Herausforderungen auf der Agenda, die die Gesellschaft aber auch die Wirtschaft im Havelland aktuell bewegen. Medizinische Versorgung im ländlichen Raum, ÖPNV, Bürokratieabbau oder die finanzielle Situation kommunaler Haushalte sind nur ein paar Stichworte. Auch wenn es heute noch keine Lösungen gibt, haben wir für die Themen sensibilisiert und deutlich auf die Herausforderungen für die Menschen im Havelland hingewiesen. Im Anschluss werden wir die Themen mit den zuständigen Ministerien weiter vertiefen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln.“

Ein Schwerpunkt der Gespräche war die Schieneninfrastruktur:

  • insbesondere die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin, die nunmehr bis 14. Juni 2026 andauert, und die Auswirkungen dieser Verzögerungen für Pendlerinnen und Pendler sowie den Güterverkehr. Die Landesregierung bekräftigte ihre Erwartung an die Deutsche Bahn AG, künftig verlässliche Zeitpläne vorzulegen und erforderliche Qualität der Ersatzverkehre bis zur vollständigen Inbetriebnahme sicherzustellen.

  • Gesprochen wurde auch über die Modernisierung der Lehrter Stammbahn, die im Oktober dieses Jahres beginnt und im nächsten Jahr abgeschlossen sein soll. 

  • Darüber hinaus ging es in den Beratungen um den aktuellen Stand der Reaktivierungsuntersuchungen für die Strecken Wustermark-Ketzin und Rathenow-Rathenow-Nord sowie der Station Heidefeld.

Ein weiterer Fokus lag auf dem BahnTechnologie Campus Havelland in Wustermark. Das Projekt soll aus dem traditionsreichen Bahnstandort ein Zentrum für moderne Bahntechnologien, Forschung und bahnaffine Unternehmen machen. Der Landkreis Havelland entwickelt dafür eine Fläche von rund 25 Hektar, unter anderem gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg.

Weiterhin ging es um die Umsetzung des Sondervermögens des Bundes im Rahmen des Zukunftspaketes Brandenburg, vor allem um die Unterstützung der Kommunen bei Investitionen in Infrastrukturprojekte und um eine schnelle und wirksame Umsetzung der allein für den Landkreis Havelland bereitstehenden Mittel von rund 36 Millionen Euro. Der Landkreis Havelland beabsichtigt, die Mittel für die geplanten Investitionen in Schulen einzusetzen.

Im Gesundheitsbereich standen die Krankenhausreform, die Sicherung der Krankenhausstandorte sowie die Finanzierung des Rettungsdienstes im Mittelpunkt:

  • Die zukünftige Gesundheitsversorgung soll stärker sektorenübergreifend organisiert werden. Bestehende Strukturen sollen nicht nur erhalten, sondern auch gezielt weiterentwickelt werden, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Mit dem Pilotprojekt „Mobiler Landarzt Havelland“ soll zudem auf den zunehmenden Ärztemangel im ländlichen Raum reagiert werden. Das zuständige Ministerium führt regionale Gesundheitskonferenzen durch, um lokale Versorgungsbedarfe frühzeitig zu erkennen.

Im Bereich der Digitalisierung hat der